Warum der Disability Pride Month so wichtig ist

Von fehlenden Förderangeboten bis zu unfreiwilligen Sterilisationen: Menschen mit Behinderungen sind in Österreich nach wie vor von Diskriminierung betroffen. Umso wichtiger ist es, dass es den Disability Pride Month gibt. Was sich dahinter versteckt, wie er entstanden ist und was du tun kannst, erfährst du hier.
Wie ist der Disability Pride Month entstanden?
Der Disability Pride Month kommt aus den USA. Dort wurde im Juli 1990 der „Americans with Disabilities Act“ (ADA) unterzeichnet. Das Ziel des Gesetzes: Die Rechte von Menschen mit Behinderungen sicherstellen. Im selben Monat fand eine der ersten Disability Pride Veranstaltungen in Boston statt – die Geburtsstunde des Pride Disability Months. Seitdem gibt es den Disability Pride Month in den USA [1].
Auch in Österreich gewinnt er inzwischen immer mehr an Bedeutung: Institutionen, Organisationen und Einzelpersonen organisieren Events, Schulungen und Führungen, bei denen sie über Ableismus, Barrierefreiheit und die Rechte von Menschen mit Behinderungen informieren [1].
ℹ️ Ableismus beschreibt die diskriminierende Annahme, dass Menschen mit Behinderungen weniger wertvoll sind als Menschen ohne Behinderung [2].
ℹ️ Barrierefreiheit bedeutet, dass alle Menschen ein Angebot gleich nutzen können – egal ob sie Behinderungen haben oder nicht, z.B. ein Gebäude, eine Website oder ein Buch [3].
Warum ist der Disability Pride Month so wichtig?
Das zeigt ein Blick auf die Statistik – denn Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen ist in Österreich immer noch weit verbreitet. Jede 5. Person, die sich durch ihre Behinderung(en) bei Alltagsaktivitäten stark eingeschränkt fühlt, erlebt alltägliche Diskriminierung. Jede 10. Person mit Behinderung erlebt in Österreich Diskriminierung im öffentlichen Raum. Menschen mit Behinderungen sind außerdem viel häufiger armuts- oder ausgrenzungsgefährdet [4]. Hinzu kommt, dass es zu wenige Hilfsangebote und Unterstützung für Menschen mit Behinderungen und deren Angehörige gibt.
Umso wichtiger ist der Disability Pride Month, denn es muss sich dringend etwas ändern.
Das kannst du gegen die Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen in Österreich tun
Österreich muss die Unterstützungsangebote für Menschen mit Behinderungen und ihre Angehörigen dringend ausbauen. Genau das fordern zahlreiche Petitionsstarter_innen auf der Petitionsplattform mein.aufstehn.at. Mit deiner Unterschrift kannst du sie bei ihren Anliegen unterstützen und mithelfen …
- Druck auf Entscheidungsträger_innen auszuüben.
- das Hilfsangebot für Menschen mit Behinderungen zu erweitern.
- Praktiken wie Zwangssterilisationen zu verbieten.
Folgende Petitionen kannst du unterzeichnen:
Österreich: Unterstützung für Taubblinde
Menschen, die blind und taub sind, können österreichweit keinen einheitlichen, unbürokratischen und bedarfsgerecht finanzierten Antrag auf Assistenz stellen.
Die Folgen:
- Taubblinde Menschen können kein selbstbestimmtes Leben führen.
- Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist extrem eingeschränkt.
Österreich: Keine Sterilisation von Menschen mit Behinderungen ohne Einwilligung
Menschen mit Behinderungen werden in manchen Fällen in Österreich immer noch sterilisiert – ohne, dass sie sich selbstbestimmt dazu entschieden haben.
Vorarlberg: Mehr Unterstützung für Kinder mit Behinderungen
Das Land Vorarlberg spart bei Kindern mit Behinderungen – und streicht individuelle Förderangebote. Die Folgen:
- Familien müssen unzumutbare Aufgaben übernehmen.
- Die Kosten für Gesellschaft und Gesundheit steigen langfristig – weil frühzeitige Unterstützung fehlt.
Wien: Re-Finanzierung von Jobprojekt für Menschen mit Behinderungen
Das Projekt P.I.L.O.T. unterstützt Menschen mit Behinderungen beim Einstieg in den Arbeitsmarkt. Doch der Fonds Soziales Wien hat die Finanzierung eingestellt. Die Folge: Isolation statt Inklusion von Menschen mit Behinderungen.
Salzburg: Unterstützung für Kinder mit unsichtbaren Behinderungen
Ob lange Wartezeiten für Förderungen, fehlende Betreuungsangebote oder mangelnde Entlastung für pflegende Angehörige: In Salzburg gibt es massive Barrieren für Menschen mit Behinderungen und deren Angehörige. Die Folgen:
- Unverständnis für die Situation von Betroffenen.
- Hohe psychische, physische und finanzielle Belastung.
Steiermark: Mehr Ressourcen für Kinder mit Behinderungen
In der Steiermark wird bei der Bildung von Kindern mit Behinderungen gespart: Immer weniger Betroffene erhalten Förderungen, die Ressourcen werden laufend gekürzt. Die Folgen:
- Vielen Kindern und Jugendlichen fehlt die Begleitung und Förderung, die sie brauchen.
- Lehrer_innen können nicht allen Bedürfnissen in der Klasse gerecht werden – und wertvolle Lernzeit geht verloren.
Schon gewusst? Dafür steht die Disability Pride Flag

Die Flagge wurde von Ann Magill, einer Frau mit Behinderung, gestaltet. Die Farben symbolisieren unterschiedliche Formen von Behinderungen:
- Schwarz: Menschen mit Behinderungen, die gestorben sind
- Grün: Sinnesbehinderungen
- Blau: Psychischen Erkrankungen
- Weiß: Unsichtbare / undiagnostizierte Behinderungen
- Gelb: Kognitive Behinderungen / Lernschwierigkeiten
- Rot: Körperliche Behinderungen [1]
Du möchtest selbst eine Petition starten? Dann erstelle auf mein.aufstehn.at in wenigen Minuten deine eigene Kampagne!
Du kannst #aufstehn außerdem als präferierte Nachrichtenquelle auf Google hinzufügen – dann verpasst du keine News zu unseren Petitionen.
Quellen:
[1] behindertenrat.at, 1. Juli 2026: Disability Pride Month
[2] behindertenrat.at, 25. Juli 2024: Was ist “Ableismus”
[3] Plan International: Barrierefreiheit einfach erklärt und verständlich
[4] Statistik Austria, 21. Jänner 2026: Menschen mit Behinderungen in Österreich